Änderungen im Straßenverkehr 2015


Auch im letzten Jahr mussten sich Autofahrer auf diverse Neuerungen einstellen: Wir haben die wichtigsten Änderungen für Dich zusammengefasst:


01.01.2015: Bundesweite Mitnahme der Kennzeichen nur bei Wohnortwechsel.
Damit wird die die Pflicht zur Umkennzeichnung von Fahrzeugen bei Umzug innerhalb Deutschlands aufgehoben. Der Halter hat dann der für den neuen Wohnsitz/Betriebssitz zuständigen Zulassungsbehörde unverzüglich mitzuteilen, dass das bisherige Kennzeichen weitergeführt werden soll, anderenfalls hat er ein Kennzeichen des neuen Verwaltungsbezirks etc. zu beantragen.

01.01.2015: Fahrzeuge online abmelden
Ab Januar 2015 können Halter von Fahrzeugen künftig die Entstempelung von Kennzeichen und den Eintrag der Außerbetriebsetzung in der Zulassungsbescheinigung elektronisch über das Internet vornehmen.

01.01.2015: Neuer Verbandkasten pflicht

Bereits seit Januar 2014 gelten neue Regelungen in Bezug auf den Inhalt der Verbandkästen. Die DIN 13164 sieht beispielsweise ein 14-teiliges Pflaster-Set sowie Hautreinigungstücher im Verbandkasten vor. Ende Dezember 2014 läuft die Übergangsfrist für Fahrzeughalter zum Austausch alter Verbandkästen aus. Damit ist der neue Verbandkasten Januar 2015 in jedem Auto Pflicht.

01.01.2015: Automatischer Notruf
Anfang Januar müssen alle EU-Staaten damit begonnen haben, die Infrastruktur für ein automatisches Notrufsystem in Autos zu schaffen, und bis Ende 2017 fertig sein. Das gibt eine EU-Richtlinie vor. Eine EU-Verordnung wiederum nimmt die Autobauer in die Pflicht, bei Zulassungen von neuen Pkw-Typen und leichten Nutzfahrzeugen bis 3,5 Tonnen diese mit dem eCall genannten Notrufsystem auszustatten.
Ursprünglich war der Einführungstermin für den 1. Oktober 2015 vorgesehen. "Dieser Termin war aber nicht haltbar und wurde nun vom zuständigen Ausschuss des EU-Parlaments für Zulassungen nach dem 31. März 2018 festgelegt", sagt Jacqueline Lacroix vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR). Die EU-Staaten müssen dem Plan noch zustimmen.

Vorteile für Batteriebetrieb
Ab Mitte 2015 sollen Elektrofahrzeuge und Teilnehmer von Carsharing-Projekten Vorteile im Straßenverkehr erhalten. Wer auf Strom zur Fortbewegung setzt, soll bevorzugt parken und ausgewiesene Busspuren benutzen dürfen. Für Carsharing-Projekte sind kostenlose Sonderparkplätze geplant.
Wer nun über die Anschaffung eines neuen Elektroautos nachdenkt, sollte sich das im Lauf des Jhres überlegt haben. Alle E-Autos, die bis zum 31.12.2015 in Deutschland erstmals zugelassen werden, sind ab dem Tag der Erstzulassung für zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit, erklärt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler. Vom 1. Januar 2016 an wird nur noch eine Steuerbefreiung für fünf Jahre gewährt.

01.07.2015: Änderungen bei der LKW-Maut
Die Ausweitung der Lkw-Maut sieht ein Gesetzentwurf vor, den das Kabinett beschlossen hat. Danach soll die Maut zusätzliche 1.100 Kilometer vierstreifige Bundesstraßen umfassen. Zudem sollen ab 1. Oktober 2015 auch Lkw ab 7,5 Tonnen Gesamtgewicht in die Maut einbezogen werden. Derzeit gilt die Lkw-Maut auf etwa 12.800 Kilometern Bundesautobahnen und 1.200 Kilometern Bundesstraßen. Sie besteht für Fahrzeuge ab einem zulässigen Gesamtgewicht von zwölf Tonnen.
Dadurch steigt auch die gewichtsmäßige Bandbreite der mautpflichtigen Fahrzeuge. Diese größere Bandbreite hat zur Folge, dass zum 1. Oktober 2015 neue Mautsätze für die Infrastrukturkosten je Kilometer in Kraft treten, die nach der Anzahl der Fahrzeugachsen gestaffelt sind. Die Ausdehnung des mautpflichtigen Streckennetzes und die Absenkung der Mautpflichtgrenze bedeuten zusätzliche Einnahmen, die dem Verkehrshaushalt des Bundes zufließen. Eine am aktuellen Verkehrsaufkommen orientierte Schätzung lässt für den Zeitraum 2015 bis 2017 ein Plus von 875 Millionen Euro erwarten.

01.09.2015: Strengere Abgasnorm
Neuwagen müssen die strengere Abgasnorm Euro 6 erfüllen. Besonders für Diesel bringt sie Änderungen: Sie dürfen pro Kilometer nur noch 80 statt bisher 180 Milligramm Stickoxide (NOx) ausstoßen, sagt Anja Smetanin vom Verkehrsclub von Deutschland (VCD). Sie rät Dieselkäufern, schon jetzt auf Euro-6 zu achten: "Das ist wichtig für die Verbesserung der Luftqualität, denn viele Städte haben ein erhebliches Stickoxid-Problem."

31.12.2015: Neue Typklassen in der Kfz-Versicherung

Zum Jahreswechsel ergeben sich Veränderungen in der Voll- und Teilkaskoversicherung, die laut Angaben des GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft) rund ein Viertel der Autofahrer treffen. Es geht um die Änderungen der Typklassen. Hiermit fließt in die Beitragsberechnung zur Kfz-Versicherung der Schadensbedarf einzelner Fahrzeugtypen ein. Während zwölf Prozent der Fahrzeuge 2015 in einer günstigeren Klasse unterwegs sind, hat sich laut GDV die Typklasse für 14 Prozent der zugelassenen Fahrzeuge verschlechtert. In einigen Fällen ist es für einzelne Modelle um bis zu vier Klassen nach oben gegangen, meldet das Onlineportal "Vergleichen.net".